Mit dem Rauchen aufzuhören kann für viele Menschen eine große bis unüberwindbare Herausforderung darstellen. Alle Menschen wissen, dass Rauchen unsinnig und teuer ist. Es schädigt Arterien, Haut, Lunge, Herz, Stimmbänder und doch kommen viele Raucher einfach nicht davon los. Viele von ihnen kämpfen verzweifelt mit Rückfällen und haben bereits alle möglichen Raucherentwöhnungsmethoden ohne Erfolg ausprobiert. Die meisten Methoden setzen auf Nikotin, das dem Körper schrittweise in immer kleineren Mengen zugeführt wird, doch leider hat diese Maßnahme in vielen Fällen keinen Erfolg.Champix hat einen ganz anderen Wirkmechanismus. Es ist das erste nikotinfreie Medikament, das direkt im Gehirn ansetzt und dort für eine Nikotinentwöhnung sorgt.
Bei einer Nikotinsucht wird das Belohnungszentrum im Gehirn eines Menschen in Gang gesetzt, wenn er sich eine Zigarette anzündet. Es wird der Botenstoff oder Neurotransmitter Dopamin aktiviert, der diesen Reiz im Körper überträgt. Genau hier setzt das Medikament Champix mit dem Wirkstoff Vareniclin an. Der Wirkstoff dockt an die gleichen Rezeptoren wie das Nikotin an. Er blockiert und stimuliert die Rezeptoren und verhindert somit, dass das Nikotin dort ansetzt und der Wunsch nach der Zigaretten entsteht. Auf diese Weise kann keine Aktivierung des Belohnungszentrums durch Nikotin mehr stattfinden. Außerdem wird die körperliche Sucht nach Nikotin dadurch spürbar abgemildert und die Zigarette schmeckt nicht mehr.
Die Anwendung von Champix erfolgt über einen Zeitraum von 12 Wochen. Die Therapie beginnt 14 Tage vor dem geplanten Absetzen der Zigaretten. Eingenommen werden die Tabletten zu den Mahlzeiten mit ausreichend Wasser.
Folgendermaßen wird Champix dosiert:
Eine Schachtel Champix enthält 2 verschiedene Arten von Tabletten, die durch verschiedene Farben gekennzeichnet sind. Die weißen Tabletten enthalten 0,5 mg Vareniclin und die Hellblauen enthalten 1,0 mg. Die ersten drei Tage wird jeweils eine Tablette pro Tag von den weißen Tabletten eingenommen, sprich 0,5 mg pro Tag. Die nächsten vier Tage werden die weißen Tabletten zweimal pro Tag eingenommen. Ab dem 8. Tag wird bis zum Ende der Therapie von 12 Wochen wird pro Tag eine hellblaue Tablette, also 1,0 mg Vareniclin, eingenommen.
Der Arzt kann die Dosierung herabsetzen, wenn die Nebenwirkungen zu stark sind oder Gegenanzeigen bzw. Wechselwirkungen bestehen.
Wenn die 12 Wochen vorbei sind, entscheidet der Arzt, ob eine neue 12-wöchige Therapie mit Champix in Erwägung gezogen werden sollte oder ob die Therapie nun beendet ist.
Die meisten pharmazeutischen Arzneimittel weisen Nebenwirkungen auf, sind daher verschreibungspflichtig und können nur mit Rezept gekauft werden. Es ist auch bei Champix nötig, dass ein Arzt entscheidet, ob Sie sich für das Medikament eignen. Der Arzt sollte bei und nach der Einnahme immer begleitend zur Seite stehen.
Die folgenden Nebenwirkungen können in einem von zehn Fällen auftreten:
Selten können folgende Nebenwirkungen auftreten:
Sollten Sie bei der Champix Einnahme Schwindel und Übelkeit erleben, dann wird empfohlen, dass Sie kein Auto fahren.
Die genaue Wirkung auf das zentrale Nervensystem ist noch nicht abgeschlossen, da in seltenen Fällen weitere Nebenwirkungen festgestellt wurden, wodurch Champix in Diskussion geraten ist. Wenn Sie mögliche Nebenwirkungen wie Depression, Angststörungen, starke Reizbarkeit oder Suizidgedanken bei sich bemerken, dann sollte die Champix Einnahme in Absprache mit dem Arzt kontrolliert oder unterbunden werden.
Wenn die Champix Behandlung abgeschlossen ist, kann es zu verstärkter Reizbarkeit und einer Tendenz zur Depression kommen, weshalb gerade das Ende der Therapie von einem Arzt überwacht werden sollte.
Wer gegen den Wirkstoff Vareniclin allergisch ist, der darf das Medikament nicht einnehmen. Bei Stillzeit und Schwangerschaft darf Champix ebenfalls nicht eingenommen werden. Bei Nierenfunktionsstörung, Depression, Krampfanfällen, Gefäß- und Herzerkrankungen sowie Epilepsie ist die Einnahme von Champix unbedingt mit dem Arzt abzuklären. Die gleichzeitige Verwendung von anderen Hilfsmitteln zur Nikotinentwöhnung sollte nicht erfolgen.
Wenn Sie Medikamente einnehmen, dann ist mit dem Arzt abzuklären, ob Sie diese zusammen mit Champix einnehmen können und wie die Einnahme bzw. Dosierung dann erfolgen sollte. Eventuell können die Medikamente zeitversetzt zusammen mit Champix eingenommen werden.
Bei den folgenden Medikamenten oder Wirkstoffen sollte eine Dosierungsanpassung erfolgen, die der Arzt festlegt:
Nein, Champix ist das erste Medikament zur Raucherentwöhnung, das kein Nikotin enthält. Der in Champix verwendete Wirkstoff Vareniclin dockt an Rezeptoren im zentralen Nervensystem an, an die normalerweise das Nikotin andockt um das Belohnungszentrum zu aktivieren. Durch die Blockierung des Andockens von Nikotin wird die Lust auf Zigaretten unterbunden. Die Zigarette schmeckt in diesem Fall nicht mehr.
Champix von der Pharmafirma Pfizer ist ein rezeptpflichtiges Medikament, das nicht von der Krankenkasse übernommen wird. Es kann über eine örtliche oder über eine Online Apotheke ab ca. 119 € erworben werden.
Auch Stiftung Warentest hat bereits die erfolgreiche Wirkung von Champix belegt. Folgende Aussage wurde hierzu getroffen: „Die Raucherpille „Champix“ wirkt gegen die körperliche Abhängigkeit von Nikotin und reduziert dadurch auch die Entzugssymptome. Außerdem vermindert das Medikament den Rauchgenuss.“
Da Champix Nebenwirkungen aufweist, die Suizidgedanken und Depression auslösen können, wird das Medikament kritisch betrachtet. Hierzu sind die Untersuchungen jedoch noch nicht abgeschlossen.
Wer es wirklich nicht mit den herkömmlichen Maßnahmen schafft mit dem Rauchen aufzuhören, der sollte die Einnahme von Champix in Erwägung ziehen. Unbedingt sollte die Therapie jedoch von einem Arzt begleitet werden.
Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
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